Die Aufnahmetechnik

Probenkeller oder Homerecording-Studio?

 

Rausgeschmissen Geld

 

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Seit wir bei Google gefunden werden, ist dies die am häufigsten aufgerufene Seite. Es gibt also anscheinend einen Haufen Combos wie uns, die Infos zum Bereich Homerecording suchen. Ist für uns natürlich eine moralische Verpflichtung, die Seite auch zu pflegen.

 

Neu! Erfahrungsberichte anderer Bands. Wenn ich Gästebucheinträge anderer Bands erhalte, bitte ich meistens um einen Bericht über die eigenen Erfahrungen. Hier das erste Resultat. Erfahrungen anderer Bands Vielen Dank noch mal an Handmade.

 

Motivation

Was will man machen

Ein Mutitracker musste her

Mikrofone

Aufnahme und Mastering

Fazit

Literaturhinweis

Erfahrungen anderer Bands

 

Ich bitte um Nachsicht, dass diese Seite teilweise in der Ich-Form geschrieben ist. Manches ist jedoch meine persönliche (nicht repräsentative) Meinung, bzw. auf individueller Dummheit beruhende Erfahrung.

Thomas D.

Motivation:

Seit wir Anfang 2002 den neuen Probenraum bezogen haben, stand die Überlegung im Raum, auch selber aufzunehmen. Die Kosten für ein Studio im professionellen Bereich waren für unsere Möglichkeiten astronomisch (Aufnahme und Mastering eines Stücks in der Größenordnung von 300.- €). Es musste daher die Möglichkeit geschaffen werden, für überschaubares Geld qualitativ ansprechende Aufnahmen erstellen zu können.

Was will man machen?

Auch wenn es wie eine Binsenweisheit klingt, sollte man dieser Überlegung ein bisschen Zeit widmen. Für Synthesizer-Freaks, die ohnehin im MIDI-Bereich arbeiten müssen und bereits digital sind, ist sicherlich Computer-Recording die richtige Wahl. Die Bedienung einer hochwertigen Recording-Software ist aber nicht ohne und gescheite Hard- und Software hat auch ihren Preis.

Bei uns ging es darum, ein akustisches Schlagzeugset plus Bass plus Rythmusgitarre gleichzeitig aufnehmen zu können. Wenn dieses Gerüst eines Stückes einmal steht, kann man beliebig viele Gesangsstimmen und Solo-Parts dazukombinieren.

Für diesen Anwendungsbereich ist ein Mehrspurgerät aus unserer Sicht die richtige Wahl. Der Preisverfall im Mikroelektronikbereich hat diese Geräte bezahlbar gemacht, man kommt schnell zu Ergebnissen und die Möglichkeiten dieser Geräte sind mittlerweile beeindruckend.

Gute Entscheidungshilfen bietet übrigens zu diesem Thema die Internet-Seite www.musik-service.de.Inzwischen habe ich auch entsprechende Internetforen zum Thema Recording zu schätzen gelernt. Dort nehmen sich zum Teil sehr beschlagene Leute die Zeit, eure und anderer Leute Fragen hochqualifiziert zu beantworten. Die unvermeidlichen Holzköpfe finden sich zwar auch dort, aber auch das kann ja bekanntlich sehr kurzweilig sein. (Sich im Cyberspace gegenseitig zu beschimpfen, scheint schwer angesagt zu sein, andererseits läuft man ja auch nicht Gefahr, vom Gegenüber eins auf die Schnauze zu bekommen ;-) )

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Ein Multitracker musste her

Nach Internetrecherche und Beratung im Fachhandel haben wir uns dann für ein digitales Mehrspurgerät entschieden. Die Wahl fiel auf das Tascam 788, dass durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis (Preis zur Zeit nur noch bei 550.- €, (heul) wir haben noch 1.000.- bezahlt) und durch hervorragende Dokumentation auffällt. Neben verständlichen Erklärungen der Funktionen gibt es Tips und Tricks, die wirklich nützlich sind. Beispielweise werden zu den Effekten auch sinnvolle Einsatzbereiche genannt. Die eingebauten 2 Effektprozessoren sind übrigens auch angenehm. Natürlich kein High End, dass gibt es für das Geld nicht.

Wenn Ihr auch an einen digitalen Mutitracker denkt , achtet beim Kauf auf die Anzahl der Kanäle, die simultan aufgenommen werden können. Unterhalb von 6 Kanälen gleichzeitig bringt meines Erachtens wenig Sinn. Man kommt einfach zu schnell an die Grenzen der Möglichkeiten. Als Tip: Aus meiner Sicht benötigt eine ausreichend flexible Akustikschlagzeugset-Abnahme mindestens 4 Kanäle (Bass-Drum und Snare separat, Toms und Becken auf 2 Spuren ins Stereo-Panorama), ansonsten habt ihr beim anschließenden Mix-Down zu wenig Flexibilität. Zwei weitere Spuren werden für Bass und Gitarre gebraucht. Schon wenn ein Keyboard dazu soll, muss ein 8-Spur-Gerät her, welches auch die Möglichkeit bietet, das HiHat separat aufzunehmen. Mit einem solchen Gerät lässt sich schon eine ganze Menge machen. Denkt daran, die einzelnen Tracks auf virtuellen Spuren aufzubewahren, damit ihr den Mix-Down später noch korrigieren könnt. Fehler sind schnell passiert und ihr ärgert euch jedes Mal schwarz, wenn ihr euch das Stück später anhört, und z.B. in einer Passage die Becken zu laut sind.

Motor-Fader und noch mehr Spuren sind nützlich, bringen aber einen gewaltigen Kosten-Sprung mit sich. Zwischen dem Tascam 788 und dem Roland VS 2400 (Vorsicht!! Entgegen der vollmundigen Beschreibung ist dies in der Grundausstattung nur ein 8 Spur-Gerät) liegen schon 1.500 €, zu einem richtigen Schlachtschiff wie dem Roland VS 2480 (16-Spur Aufnahmen, Motor-Fader, Drag-and-Drop-Editing) sind es gleich noch einmal 1.500 €. Die sollte man nur ausgeben, wenn man auch entsprechend Verwendung dafür hat.

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Mikrofone

Erschreckend schnell ist man mit der Qualität preiswerter Dynamik-Mikros nicht mehr zufrieden. Hier ist der Multitracker eine echte Einstiegsdroge, der die Ansprüche an die Mikro's rasend schnell wachsen lässt.

Ich will mich nicht groß über Mikrofone verbreiten (Auch das kann www.musik-service.de wesentlich besser). Hier nur einen Ratschlag meiner weisen Tante: "Man hat nicht Geld genug, um sich Scheiße zu kaufen"

Hier eine kurze Liste, wie wir aufnehmen:

Bass über den frequenzgeregelten Ausgang des Bassverstärkers.

Die Bass-Anlage ist von Carvin

Gitarre über den Ausgang des Line6 Pod

Gesang über AKG D3800

Schlagzeug:

Bass Drum über AKG D 112

Snare über Sennheiser E604

2 x Overhead über Beyerdynamic Opus 53

Hi-Hat über ein uraltes Audis-Mikro, dass aber erstaunlich natürlichen Sound ergibt.

3 x Toms über the t.bone Cc75

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Aufnahme und Mastering

Nur ein paar Kleinigkeiten:

Bei digitalen Aufnahmen niemals den 0 dB Pegel überschreiten. Während Magnetbandaufnahmen einen Headroom oberhalb des 0 dB Pegels bieten und darüber hinaus das Band in dem Bereich mehr Energie für die Magnetisierung benötigt und sich somit gewissermaßen selber limited, ist eine Digitalaufnahme bei Überpegelung im Eimer.

Diese Erkenntnis hat die Band und mich eine Menge Nerven und Zeit gekostet. Hiermit sei es euch erspart.

Beim Gesang empfiehlt sich daher der Einsatz eines Kompressors, ansonsten lassen sich viele Effekte (Hall, Chorus o.ä.) anschließend dosiert einschleifen. Das ist einfacher als ständig neu aufzunehmen.

Weitere wichtige Sache: Verwendet beim Abmischen und Mastern ähnliche Boxen, wie man in normalen Wohnzimmern findet. Über eine bombastische PA habt ihr besonders im unteren Frequenzbereich viel zu viel Druck. Wenn ihr die Aufnahme später auf einer "normalen" Anlage abhört, werdet ihr enttäuscht sein. Ich war es jedenfalls. (Auch diesen Fehler habe ich nicht ausgelassen)

Beim Mastern empfehle ich den Einsatz sogenannter pseudoakustischer Effekte wie Enhancer, Exciter und Loudness Maximizer. Kaum ein Stück, das professionell gemastert wird, hat diese nicht und das Ergebnis ist schon ziemlich beeindruckend. Es ist jedoch Vorsicht geboten. Setzt die Effekte lieber dosiert ein, sonst wird ein Stück schnell anstrengend zu hören. (Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll) Es empfiehlt sich, zwischendurch das Gehör mal mit einer gekauften CD zu neutralisieren. Es ist irgendwie wie bei einer Weinprobe, ab und zu sollte man Mal einen Schluck Wasser trinken, damit man wieder richtig schmeckt.

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Fazit

Das Ergebnis der Bemühungen kann man auf den beiliegenden Downloadseiten anhören. Es ist nicht professionell, aber durchaus passabel, wenn man bedenkt, dass alles aus kleinem Geldbeutel finanziert wurde. Wir versuchen ständig uns zu verbessern und würden uns freuen, wenn ihr uns mit eurem Feedback (z.B. einem Eintrag im Gästebuch) dabei helft.

Ein Musikproduzent, bei dem wir unseren bislang einzigen Versuch gestartet haben, unsere Musik vorzustellen, beschrieb uns als "engagierte Hobbymusiker". Auch wenn es im Endeffekt eine Ablehnung wurde, beschreibt es ganz gut, wo wir anzusiedeln sind.

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Literaturhinweis

Vieles habe ich auf ärgerliche Weise herausgefunden. Ich wünschte mir heute, ich hätte folgendes Buch vorher gelesen:

Roland Enders, das homerecording handbuch

Dort wird auf verständliche Weise jede Menge Wissen zu diesem Thema vermittelt. Ebenfalls werden Tips zur Einrichtung eines Aufnahmeraums gegeben.

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Erfahrungen anderer Bands

Sven schrieb:
>Hallo Thomas,
>
>nach lehrreichen 6 Monate mit dem VS 2480 kann ich Dir nun berichten, viel Arbeit , viel Zeit und wirklich viel gelernt.
>Eigentlich ist es wie ein Spiel das nie endend , wenn einen der Ehrgeiz
>gepackt hat versucht man es immer besser zu machen, nach jeder Aufnahme
>findet man wieder eine Kleinigkeit. Beim VS 2480 hatte ich zuerst gedacht
>die 16 Aufnahmespuren sind viel zuviel, aber je länger an einem Projekt
>gearbeitet wurde umso mehr kamen dann die zusätzlichen Unterspuren zur
>Geltung.
>Bei der Bedienung, am Anfang nur über einen separaten Monitor, braucht man
>keine Angst zu haben, vieles ergibt sich mit der Zeit ganz alleine bzw.
>erklärt sich selbst. Ich denke ich habe wahrscheinlich nur einen geringen
>Teil der Funktionen genutzt, aber die Ergebnisse sind zufrieden stellend, der
>Zweck war für uns eine Demo CD zu erstellen ohne ein teures Studio zu
>besuchen. Auf Deinen Internet Seiten standen viele Tips die mir auch alle
>weitergeholfen haben, wie z.b. bei der Aufnahme auf den richtigen Pegel zu
>achten.
>Wir werden weiter testen und aufnehmen und täglich etwas dazu lernen.
>Gern stehe ich für Fragen anderer zur Verfügung.
>Unsere Band heißt Handmade, unter www.handmade-dieband.de im web zu
>bestaunen.
>
>Gruß Sven
>
 

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